Kopfbedeckung

Anhand von zeitgenössischen Darstellungen kann man verschiedene Arten von Kopfbedeckungen erkennen. Grundsätzlich hatte jede verheiratete Frau eine Kopfbedeckung ("unter die Haube kommen") zu tragen. Außerdem hatten junge, unverheiratete Mädchen einen Kopfputz zum Kirchgang zutragen.

 

Eine Kopfbedeckung machte im Mittelalter durchaus Sinn. Zum einen wusch man sich die Haare weitaus seltener, als wir es heutzugtage tun, des weiteren war man so etwas vor den Läusen und anderem Ungeziefer seiner Mitmenschen geschützt.

 

Grundsätzlich gab es folgende Kopfbedeckungen:

Schleier:

  

Durch viele Jahrhunderte hinweg war der Schleier die einfachste Kopfbedeckung. Er besteht entweder aus weißen dünnen Leinen oder Wollstoff.  Im  12. Jhd wurde der Schleier lose um dem Kopf gewunden getragen. Im 13. Jhd kam es in Mode den Schleier mit sogenannten Gebendenadeln oder einem Schapel auf dem Kopf zu befestigen.

 

Schapel:

Unter einem Schapel versteht man einen schmalen Metallreif, der in der Regel aus vergoldetem Silberblech bestand. Ein Schapel war oft mit stilisierten Blüten oder/ und Edelsteinen verziert.

 

Gebende:

Elenore von Aquitanien

Das Wort Gebende leitet sich von dem mittelhochdeutschem Wort "bant" (Band) ab. Das Gebende ist im Hochmittelalter das Symbol für weibliche Züchtigkeit. Es besteht aus einem Kinn - und Stirnriemen aus Stoff. Diese einfachen Stoffstreifen wurden um den Kopf gewickelt und mit Nadeln verschlossen. Dabei wurde der Kinnriemen sehr stramm angelegt, so dass er die Frau beim Essen und sprechen behinderte, welches Ihre Züchtigkeit hervorheben sollte.  Im 13. Jhd. wurde der Stirnriemen immer breiter bzw. höher und war versteift, so dass er gut Stand hatte. Das Gebende konnte mit oder ohne Schleier getragen werden. Wurde ein Schleier verwendet, dann kam hinzu noch das Schapel.

 

 

Anlegen eines Gebendes:

1. als erstes wird der Kinnriemen angelegt und zwar vom Kinn über die Ohren und wird oben am Kopf mit Gebendenadeln verschlossen. Der Riemen sollte stramm sitzen, da er sich über mehrere Stunden hin lockert. Dabei sollte der Riemen vom Kinn schräg über die Ohren verlaufen.

 

 

 

2. als nächstes wird der Stirnriemen angelegt und seitlich am Kopf am Kinnriemen mit Gebendenadeln verschlossen.

 

 

 

 

 

3. Nun wird mittig über den Kopf der Schleier platziert und wiederum mit Gebendenadeln am Gebende festigt.

 

 

 

 

 

4. als letztes kommt der Schapel.

 

Wimpel

Als Wimpel bezeichnet man ein Tuch welches Hals, Nacken und Kopf einer Frau bedeckt. Lediglich das Gesicht bleibt unbedeckt. Ein Wimpel wurde immer in Kombination mit einem Schleier und meistens auch mit einem Schapel getragen.

Wie nun genau ein Wimpel zugeschnitten war und wie er exakt angelegt und befestig wurde kann man nur spekulieren und versuchen sich den bildlichen Darstellungen anzunähern.