Geschichte des Isenberger Geschlechtes

Stammvater der Grafen von Isenberg ist Graf Arnold aus dem Altenaer Grafengeschlecht. Zusammen mit seinem Bruder Adolf, der zu dieser Zeit Erzbischof in Köln war, baute er im Jahre 1193 die Isenburg bei Hattingen / Ruhr.

 

 

Im Jahre 1160 kam es zur 1. Trennung des großen Besitzes des Grafen Adolf IV. von Berg (1136 - 1160) unter seinen Söhnen Engelbert I. von Berg (1157- 1189) und Eberhard I. von Altena (1161 – 1174). Sie übernahmen damit jeweils getrennte Herrschaftsbereiche. Engelbert I. bildete weiter die bergische, sein Bruder Eberhard I. begründete die Linie Altena.

 

Im 1174 fand die nächste Erbteilung unter den Söhnen Eberhards statt. Aus den Nachkommen seines Sohnes Friedrich von Altena (1173 - 1198) entstand später das bedeutendste weltliche Herrscherhaus im südlichen Westfalen, die Grafen von der Mark. Sohn Arnold von Altena (1173 - 1209) begründete mit dem Bau der Burg Isenberg im Jahre 1193 gemeinsam mit seinem Bruder Adolf, der zu dieser Zeit Erzbischof von Köln (1193 - 1205) geworden war, die isenbergische Linie.

 

Arnolds Sohn Friedrich von Isenberg (1193 -  14. Nov. 1226), der ursprünglich für den geistlichen Stand vorgesehen war, sollte als Spross dieser Altena-Isenberger Linie zu einer Schlüsselfigur der Geschichte werden. Früh schon hatte er bei seinem Onkel Adolf, Erzbischof von Köln, eine Domkanonikerstelle inne. Er verfügte aber über eigenes Vermögen und über Pfründe. Nach dem Tod seines älteren Bruders Eberhard übernahm er nach dem Tod seines Vaters im gleichen Jahr 1209 das weltliche Regiment der Linie Altena-Isenberg.

 

Der Isenberg hatte damals sowohl strategisch als auch verkehrsgeographisch die ideale Lage. Er lag zwischen der Hauptstadt des Erzbistums Köln (50 km) und der Hauptstadt des Herzogtums Westfalen Soest (70 km) genau am damaligen Hiliciniweg (Kleiner Hellweg) und dem Fährhof am Ruhrufer.

 

Zudem befanden sich vor Ort alle Materialien zum Bau der Burg. Etwa im Jahre 1200 war die Burg Isenberg fertig. Ober- und Unterburg waren Ovale mit je 120 m Durchmesser.

 

In den nächsten Jahren wirkte Friedrich von Isenberg aktiv in der Politik mit. Er befand sich unter anderem im Jahre 1210/1211 mit Kaiser Otto in Capua, nördlich von Neapel. Weiter war er Zeuge wichtiger kaiserlicher Urkunden.

 

Er heiratete 1214 Sophie von Limburg, Tochter Walrams III., Herzog von Limburg/Maas. Nach längeren Aufenthalten in Köln, die zu dieser Zeit wichtigste Stadt Deutschlands, wech-selte Friedrichs Aufenthaltsort ab 1216 zur Burg Novus Pos (Nienbrügge). Sie gehörte ebenfalls den Isenbergern und lag bei der gleichnamigen Stadt Nienbrügge.

 

Ab 1217 nannte sich Friedrich per Urkunde nur noch Graf Friedrich von Isenberg, ebenso sein jüngerer Bruder Dietrich, der Erzbischof von Münster werden sollte. Zu dieser Zeit zog Friedrich mit seiner Familie nach Hattingen zur Burg Isenberg um. Es folgten Umbauten am Palais sowie der Unterburg zum Industriegelände (Eisenverarbeitung).

 

Im Juli 1218 starb Graf Adolf V. von Berg (1187 -  1218) auf einem Kreuzzug gegen Ägypten im Nildelta. Es kam daraufhin zum Streit um die Erbschaft der großen Grafschaft Berg. Erzbischof Engelbert von Berg (1218 - 1225), der jüngere Bruder Adolfs V., eignete sich widerrechtlich die Grafschaft an, obwohl sie Irmgard von Berg, der Erbtochter Adolfs V. zugestanden hätte. Sie war verheiratet mit Heinrich IV: Herzog von Limburg, dem Bruder der Gräfin Sophie von Isenberg. Demzufolge war auch ihr Ehemann Friedrich von Berg gegen Engelbert.

 

Ab 1220 führte Erzbischof Graf Engelbert von Berg gegen die Limburger, Klever und Isenberger  "Adelskrieg“. Auch dem restlichen westdeutschen Hochadel passte die zentralistische Politik Erzbischof Engelberts nicht, da er dem Adel alte, angestammte Rechte nahm. Hauptsächlich ging es darum, ererbten Vogteibesitz des Adels durch die Kirche zu enteignen. Vor-sorglich hatte Graf Friedrich von Isenberg im Jahre 1221 in seiner großen Vogteirolle all seinen Grundbesitz schriftlich festgehalten.

 

Bis zum Jahre 1225 häuften sich die Beschwerden der Äbtissin von Essen über den Vogt Graf Friedrich von Isenberg beim Erzbischof Engelbert. Auf einer Adelstagung Anfang November 1225 weigerte sich, Graf Friedrich seine ererbte Essener Vogtei an das Erzbistum Köln auch nicht gegen Jahresrente zu übergeben. Am 07. November kam es dann am Hohlweg in Ge-velsberg zu dem Überfall Graf Friedrichs von Isenberg auf seinen Vetter Erzbischof Engelbert von Berg.

 

Heute noch streiten sich Gelehrte und Laien, ob nun nur eine Geiselnahme des Erzbischofs mit Freilassung gegen Lösegeld, bzw. Zugeständnisse oder von vornherein der Mord geplant war. Man nimmt an, dass die Gefangennahme an der fehlenden Selbstbeherrschung der Ritterschaft des Isenbergers scheiterte. An den Gebeinen Erzbischof Engelberts, die heute in der Schatzkammer des Kölner Doms aufbewahrt werden, sind noch 35 tödliche Schwertstreiche nachweisbar...

 

Am 08. November sollten die sterblichen Überreste Erzbischof Engelberts von Anhängern in seine Burg (heute Schloss Burg bei Solingen) überführt werden. Die Limburger; Isenberger Seite hatte schon reagiert, die Burg war durch Heinrich von Limburg besetzt. Dieser trat nun ab sofort das eigentlich von vornherein rechtmäßige Erbe, die Grafschaft Berg, an. Da Heinrich von Limburg die Tore nicht öffnete, wurde die Leiche Erzbischof Engelberts in das Altenberger Kloster gebracht, wo sich heute noch das Herz in einem besonderen Schaugefäß befinden soll.

 

Erzbischof Heinrich von Molenmark (1225 - 1238) hatte als Nachfolger Engelberts vom Kaiser und vom Papst alle Vollmachten zur Rache. Als Folge verliert Graf Friedrich von Isenberg, seit dem 07. Nov. 1225 auf der Flucht, durch die Verhängung der Reichsacht sämtlichen Besitz, auch seine Brüder verlieren ihre Ämter als Bischöfe von Münster und Osnabrück. Die isenbergischen Burgen Novus Pons (Nienbrügge) und die Isenburg bei Hattingen wurden in der Zwischenzeit bis auf die Grundmauern geschliffen. Seinem Vetter Graf Adolf von Altena, der sich seit diesem Vorfall nur noch Graf von der Mark nannte und sichtlich entrüstet Partei für Heinrich von Molenmark ergriff, gelang es, den isenbergischen Besitz zu übernehmen. Er war wohl auch entscheidend an der Zerstörung der Burgen beteiligt. Die Grafen von der Mark wurden in der Folgezeit das bedeutendste weltliche Herrscherhaus im südlichen Westfalen.

 

Alle Einwände Graf Friedrichs, auch die Absolution des Papstes, halfen ihm nicht mehr! Wie auch, seine Burgen waren zerstört, sein Landbesitz längst aufgeteilt.

 

Am 14. November 1226, ein Jahr nach der Tat, wurde Graf Friedrich von Isenberg vor dem Kölner Severinstor gerädert und gevierteilt.

 

Caesarius von Heisterbach (Chronist): "Als seine Arme und Beine und der Rücken mit dem Beil zerschlagen wurden, stiess er keinen Laut aus, sodass sich alle wunderten!

 

Um den Wiederaufbau der Isenburg zu verhindern, erbaute Graf Adolf von der Mark in den Jahren 1227 - 1230 auf dem blanken Stein nahe der Isenburg mit diesem Material die Burg Blankenstein. Die Ansprüche Dietrichs von Isenberg, Graf Friedrichs Sohn, wurden später nach jahrelanger Erbfolgefehde auf ein Minimum reduziert. Er erhielt von seinem Onkel Heinrich von Limburg ein kleines, begrenztes Territorium an der unteren Lenne (heute Hohenlimburg bei Hagen). Der älteste Zweig des großen Grafengeschlechtes war so zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken.

Author: Volkelîn